Einnässen / Enuresis bei Kindern

Das Einnässen bei Kindern, auch Enuresis oder ganz einfach Bettnässen genannt, ist ein häufig vorkommendes Problem. Gerade Babys lassen dem Wasser dann freien Lauf, wann es ihnen passt. Dies liegt daran, dass das Trockenwerden ein komplexer Prozess ist – die Blase muss erst „lernen“, in der Nacht die Nerven und Muskeln zu kontrollieren und weniger Urin zu produzieren. Auch die Fähigkeit, aufzuwachen wenn die Blase voll ist, muss sich erst entwickeln.

Dies alles braucht Zeit, und geht bei manchen Kindern schneller, bei manchen langsamer. Jungs brauchen in der Regel länger als Mädchen, das Bettnässen / Enuresis kommt schätzungsweise dreimal häufiger als bei Mädchen vor.

Einnässen / Enuresis bei Kindern – Einige interessante Fakten

  • Mit 2 Jahren sind die meisten Kinder am Tag trocken, das Einnässen findet nur noch in der Nacht statt.
  • Mit 3 Jahren nässen drei Viertel aller Kinder das Bett nachts nur noch gelegentlich.
  • Mit 5 Jahren findet die Enuresis nur noch selten statt. Bei einem Fünftel allerdings kommt es noch einmal pro Woche zum Bettnässen.
  • Mit 10 Jahren kommt es noch bei einem Zehntel der Kinder zum gelegentlichen Einnässen.

Diese Zahlen zeigen, dass die meisten Kinder schrittweise aus dem Bettnässen herauswachsen. Es besteht also definitiv keine Grund zur Sorge, wenn das Kind unter 5 ist und gelegentlich das Bett nässt.


Merken Sie sich:

  • Das Kind kann nichts für das Bettnässen. Es will keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen, und es ist auch nicht zu faul, aus dem Bett aufzustehen.
  • Versuchen Sie, das Kind nicht zu kritisieren oder zu bestrafen – dies wird sicherlich das Problem verschlimmern.
  • Einnässen hört wieder auf. Es ist lediglich ein zeitlich begrenztes Phänomen vieler Kinder.

Enuresis / Einnässen bei Kindern – Die Ursachen

Die genauen Ursachen für das Bettnässen bei Kindern sind nicht vollständig bekannt, es gibt allerdings einige wahrscheinliche Möglichkeiten:

  • Genetik und Vererbung spielt wohl eine Rolle. Wenn also die Eltern auch Bettnässer waren, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass die Kinder ebenso das Problem bekommen.
  • Langsamere Entwicklung der zur Blasenschließfunktion notwendigen Nerven und Muskeln.
  • Bei manchen Kindern kann das Einnässen ein Rolle spielen, wenn sie Ängste (Zuhause, Kindergarten oder Schule) haben, oder wenn sie unglücklich sind.
  • Die volle Blase weckt das tief schlafende Kind nicht auf.
  • In seltenen Fällen können Entzündungen Einnässen / Enuresis verursachen.

Was man gegen Enuresis und Bettnässen bei Kindern tun kann

Das unfreiwillige Wasserlassen bei Kindern kann für Kinder und Eltern gleichermaßen nervenaufreibend sein. Dennoch sollte man einen kühlen Kopf bewahren und diese Tipps und Hinweise berücksichtigen:

  • Erklären Sie Ihrem Kind die Angelegenheit und versichern Sie ihm, dass es mit dem Problem nicht alleine auf dieser Welt dasteht und dass das Einnässen mit der Zeit aufhört.
  • Überlegen Sie, ob Sie sich wasserfeste Matratzen zulegen möchten, oder Matratzenschoner als Überzug
  • Wenn das Bettnässen regelmäßig vorkommt, sollte das Kind nicht bei anderen übernachten.
  • Erleichtern Sie den Zugang zur Toilette oder zum Nachttöpfchen, z.B. mit kleinen Nachtlampen für die Steckdose. Auch der Pyjama sollte sich leicht und schnell öffnen lassen, so dass es keine unnötigen Verzögerungen gibt.
  • Saugfähige und wiederverwendbare Windeln lösen zwar nicht das Problem, sind aber beispielsweise praktisch für den Urlaub.
  • Spornen Sie Ihr Kind an, über den Tag verteilt viel zu trinken, mindestens fünf Mal pro Tag. Das ist nicht nur gesund, sondern hilft auch die Blase zu trainieren und größere Mengen einzubehalten. Zudem trinkt das Kind dadurch abends vor dem Schlafengehen nicht zu viel, und die Wahrscheinlichkeit der Enuresis sinkt.
  • Suchen Sie gegebenenfalls den Arzt auf, wenn das Problem besteht, sofern das Kind über 6 Jahre ist. Vor allem auch dann, wenn auch tagsüber Einnässen vorkommt.
  • Ein Bettnässer-Alarm ist eine weitere Option

>> Geduld und Einfühlsamkeit der Eltern sind äußerst wichtig beim Einnässen / Enuresis bei Kindern!

 

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