Hodenschmerzen

Hodenschmerzen – Hintergründe

Hodenschmerzen bezeichnet den Schmerz, den man in einem oder beiden Hoden verspürt. Der Schmerz kann dabei von der Hode selbst, oder von anderen Problemen in der Leistengegend oder im Unterbauch stammen. Es gibt mehrere Arten und Ursachen von Hodenschmerzen, einige davon können harmlos sein.

In manchen Fällen kann der Schmerz aber ein medizinischer Notfall sein, der umgehend behandelt werden muss, um die Hodenfunktion nicht zu verlieren und Unfruchtbarkeit zu vermeiden. Daher sollte generell immer ein Arzt aufgesucht werden, wenn die Schmerzen nach einigen Stunden nicht abgeklungen sind.

Es gibt mehrere verschiedene Beschwerden und Krankheiten, die Hodenschmerzen verursachen können – auf die bekanntesten gehen wir hier ein:

Hodenschmerzen – Hodentorsion

Eine Hodentorsion entsteht, wenn sich die Hoden innerhalb des Hodensacks verdrehen, so dass der Blutfluss zu den Hoden verringert wird (die Blutgefäße innerhalb der Samenstränge werden verdreht). Sollte der Blutfluss zu lange unterbrochen werden, droht permanenter Schaden am Hoden. Eine Hodentorsion ist ein medizinischer Notfall und muss umgehend behandelt werden.

Bei einer Hodentorsion sitzen die Hoden im Hodensack nicht normal fest, sondern können „umherbaumeln“ und sich verdrehen. Insbesondere Männer unter 30 Jahren (vor allem im Alter von 12-18) können plötzlich und ohne Vorwarnung von einer Hodentorsion betroffen sein, begleitet von starken Hodenschmerzen. Zudem deuten noch folgende weitere Anzeichen auf eine Hodentorsion hin:

  • Übelkeit und Erbrechen.
  • Sehr weiche Hoden / weicher Hodensack.
  • Schwellungen und Rötungen an den Hoden.
  • Schmerzen im Unterleib.
  • Fieber.
  • Horizontale Ausrichtung der Hoden.

Hodenschmerzen – Nebenhodenentzündung

Eine Nebenhodenentzündung entsteht, wie der Name schon sagt, aufgrund einer Entzündung der Nebenhoden. Dies betrifft vorwiegend junge Erwachsene im Alter von 19-40 Jahren, kann aber auch bei jüngeren oder älteren Männern auftreten. Bei sexuell aktiven Männern ist die häufigste Ursache der Entzündung die sexuell übertragbaren Organismen Chlamydia trachomatis und Neisseria gonorrhoeae.

In der Gruppe der jungen und älteren Männer wird eine Nebenhodenentzündung üblicherweise durch Bakterien (z.B. Escherichia Coli) übertragen, die sich im Urinaltrakt befinden. Eine Nebenhodenentzündung fängt mit leichten Schmerzen an, diese werden dann allerdings mittel bis sehr stark.

Üblicherweise tritt der Schmerz an nur einem Hoden auf und ist möglicherweise von folgenden anderen Symptomen begleitet:

  • Brennen beim Urinieren.
  • Übelkeit und Erbrechen.
  • Häufiges Urinieren.
  • Rötungen und Schwellungen an den Hoden.
  • Unterleibschmerzen.
  • Fieber.

Heute weniger verbreitet als früher tritt die Hodenentzündung aufgrund der Krankheit Mumps auf.

Hodenschmerz – Gewalteinwirkung

Jede Form der Gewalteinwirkung kann enorme Schmerzen an den Hoden verursachen, z.B. durch Sportunfälle oder einen direkten Kick. Normalerweise vergeht der Schmerz nach einer Weile wieder – sollte dies aber nicht der Fall sein muss ein Arzt aufgesucht werden.

Aufgrund von Gewalteinwirkung kann es zu einem Hodenriss kommen, bei dem das schützende umgebende Hodengewebe reißt und somit die Hode nach außen in den Hodensack verdrängt wird. Die Schmerzen in den Hoden können zwischenzeitlich abflachen, und dann wieder erscheinen. In vielen Fällen von Hodenschmerzen durch Gewalteinfluss hat man zudem:

  • Schwellungen und Prellungen am Penis und den Hoden.
  • Prellungen zwischen Hodensack und Anus (Damm).
  • Übelkeit und Erbrechen.

Hoden Schmerzen – Leistenbruch

Ein Leistenbruch findet im Bereich des Leistenkanals statt. Die Muskulatur, die Sehnen oder das Bindegewebe der Unterleibswand ist beschädigt und dadurch oftmals gewölbt. Diese Wölbung kann Schmerzen an den Hoden oder ein Brennen und Ziehen verursachen, welches bei Husten oder bei Bewegung stärker werden kann.

Hodenschmerzen – Nierensteine

In manchen Fällen können Schmerzen aufgrund von Nierensteinen ausstrahlen und in den Hoden Schmerzen verursachen. Allerdings erscheinen hier die Hoden weder geschwollen noch gerötet. In Verbindung mit Nierensteinen können weiterhin stehen:

  • Seitliche Rückenschmerzen.
  • Unterleibschmerzen.
  • Übelkeit und Erbrechen.
  • Blut im Urin.
  • Häufiges Urinieren.
  • Schmerzen beim Urinieren.

Hodenkrebs Symptome

Hodenkrebs ist eine Krankheit, bei der sich in einem oder in beiden Hoden bösartige (maligne) Krebs-Zellen bilden. Obwohl generell schmerzfrei, können Krebs-Tumore in den Hoden Schmerzen und Beschwerden auslösen. Zu den Anzeichen und Hodenkrebs-Symptomen zählen:

  • Fühlbares zusätzliches Gewebe auf dem Hoden.
  • Veränderung in Größe und Festigkeit der Hoden.
  • Dumpfer Schmerz im Unterleibs- oder Leistenbereich.
  • Gefühl der Schwere im Hodensack.

Hodenkrebs / Hodentumor kommt im Durchschnitt nur bei ca. 1% der männlichen Bevölkerung vor.

Wie werden die Ursachen der Hodenschmerzen diagnostiziert?

Um die eigentliche Ursache der Hodenschmerzen zu diagnostizieren, muss ein Arzt (z.B. ein Urologe) eine gründliche Untersuchung durchführen. Darauf basierend könnten verschiedene Labortests vorgeschlagen werden, wie z.B.

  • Blutabnahme.
  • Urin-Analyse.
  • Harnröhren-Abstrich (bei Verdacht auf Geschlechtskrankheit).
  • Ultraschalluntersuchung (gibt Aufschluss über Hodentumor, Blutansammlungen, Hodenriss etc.).
  • Computertomographie.
  • Röntgenstrahlen (Blase, Nierensteine etc.).

» Gleichgültig, welche Art Hodenschmerzen Sie haben, im Zweifel bitte immer einen Arzt aufsuchen!

 

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Ein Kommentar zu “Hodenschmerzen

  1. Hallo
    Ich habe seid vielen Jahren starke Hoden schmerzen Der Hoden verdreht sich.Egal wann und wo (Fahrrad fahren geht überhaupt nicht mehr auch viele andere Betätigungen sind tabu ) Bei sehr vielen Ärzte war ich schon,aber man hat mich nicht für voll genommen .Ich nehme sehr starke Schmerzmittel,damit über den Tag komme.Es geht so weit mit den Schmerzen,das ich Ohnmächtig werde und das sehr oft .Aber die Ärzte bei uns fragen mich wie ich mich rasiere (weiß nicht warum )Oder ob ich schon beim Psychologen war .
    Was soll man da noch machen?

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